Melatonin als Schlafmittel


Fluch oder Segen?
Melatonin als Schlafmittel

Ein sanftes Schlafmittel, das auch noch freiverkäuflich ist – die Einnahme von Melatonin klingt erst einmal verlockend. Doch wie wirksam ist Melatonin und was sind mögliche Gefahren?
Schlafförderndes Hormon
Melatonin ist ein Hormon, das der menschliche Körper selbst herstellt.  Es wirkt schlaffördernd und hat einen Einfluss auf den Schlaf-Wach-Rhythmus. Melatonin kann deshalb bei manchen Menschen tatsächlich die Zeit zum Einschlafen verkürzen und die Durchschlafzeit verlängern. Die Wirkung ist allerdings von Person zu Person sehr unterschiedlich. Derzeit gibt es keinen Beleg dafür, dass Melatonin bei jeder Person zuverlässig als Schlafmittel wirkt. Dennoch wird Melatonin unter bestimmten Umständen als Arzneimittel verschrieben: Etwa bei zeitlich begrenzten Schlafstörungen bei über 55-jährigen sowie bei Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung.

Unterschiedliche Dosierungen
Melatonin gibt es aber nicht nur als Medikament. Es ist als Nahrungsergänzungsmittel auch frei in Apotheken oder Drogerien verfügbar. Als Nahrungsergänzungsmittel bringt Melatonin ganz eigene Probleme mit sich, denn Nahrungsergänzungsmittel werden nicht auf Sicherheit, Wirksamkeit oder Verträglichkeit kontrolliert. So kann die Dosis der Melatonin-Präparate stark schwanken. Manche enthalten nur 0,5 mg, andere 10 mg. Zum Vergleich: Bei rezeptpflichtigem Melatonin beträgt die Tagesdosis meistens 2 mg.
Bundesinstitut rät ab
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät von einer langfristigen und unbedachten Einnahme frei verfügbarer Melatonin-Präparate ab. Das gilt vor allem für Schwangere und Stillende sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Bei Babys und Kindern baut sich Melatonin langsamer ab als bei Erwachsenen. Dadurch steigt die Gefahr, dass sich das Hormon im Körper ansammelt. Dazu verursacht Melatonin Nebenwirkungen wie verminderte Aufmerksamkeit, Tagesmüdigkeit und verlängerte Reaktionszeit – was insbesondere im Straßenverkehr zum Problem werden kann. Zusätzlich kann es zum Blutdruckabfall und und einen veränderten Blutzuckerspiegel kommen.

Ärztliche Beratung empfohlen
Ob bei dauerhafter Einnahme weitere Nebenwirkungen entstehen, ist unklar, weil Langzeitstudien bisher fehlen. Dazu kann es Melatonin die Wirkung anderer Arzneimittel verändern. Das Fazit: Wer Melatonin ein oder zweimal einnimmt, um einen Jetlag abzumildern, der hat nichts zu befürchten. Wer an Schlafstörungen leidet, sollte sich lieber ärztlich beraten lassen, um die passende Behandlung zu finden.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Unser starker Partner

Kundeninformation

 Bitte beachten Sie,
dass BTM- und T- Rezepte
von unserem Vorbestellservice
ausgenommen sind.

News

Nahrungsergänzung im Blick: Vitamin B6
Nahrungsergänzung im Blick: Vitamin B6

Sinn oder Unsinn?

Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B6 verleihen starke Nerven und verbessern die Konzentration – so versprechen es zumindest einige Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter der Werbung?   mehr

Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie
Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie

Angst vor der Impfung?

Manche Menschen haben so panische Angst vor Spritzen, dass sie auf Impfungen lieber verzichten. Eine neue Kurzzeit-Therapie des Max-Planck-Instituts soll gegen die Spritzenphobie helfen – und damit die Covid-19-Impfung ermöglichen.   mehr

Notfallzäpfchen richtig anwenden!
Notfallzäpfchen richtig anwenden!

Gefährlicher Pseudokrupp

Im nasskalten Herbst leiden Kleinkinder wieder vermehrt unter Pseudokrupp-Anfällen mit Husten und Atemnot. Dagegen bekommen die Kleinen von der Kinderärzt*in oft Notfallzäpfchen verschrieben. Doch die richtige Anwendung ist gar nicht so einfach.   mehr

Beikost schützt vor Allergien
Beikost schützt vor Allergien

Säuglinge früh an Brei gewöhnen

Aus Sorge vor späteren Allergien füttern manche Eltern ihre Kinder erst vergleichsweise spät mit Beikost – zu Unrecht, zeigt eine Studie. Tatsächlich schütze das frühe Einführen von Beikost sogar vor Allergien.   mehr

Nebenwirkung Fahruntüchtigkeit
Nebenwirkung Fahruntüchtigkeit

Auch „harmlose“ Arzneien betroffen

Viele Arzneimittel beeinträchtigen die Verkehrstüchtigkeit, selbst vermeintlich harmlose Augentropfen oder Hustensäfte. Wie Arzneimittel-Anwender sicher ans Ziel kommen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Kranich-Apotheke
Inhaberin Dr. Heike Rülke
Telefon 03831/49 40 09
Fax 03831/49 41 32
E-Mail [email protected]